DBVI verabschiedet sich aus ihren Fonds

Der von Branchenexperten seit der Schließung der Privatbank Reithinger erwartete Domino-Effekt im Imperium des Klaus D. Thannhuber setzt sich offenbar weiter fort:

Die Deutsche Beamtenvorsorge Immobilienholding AG (DBVI), München, ist nach eigenen Angaben als Gesellschafterin der von ihr aufgelegten Deutschlandfonds KG und 2. Deutschlandfonds KG ausgeschieden. Das Unternehmen hielt 40 beziehungsweise 23 Prozent des Fondskapitals.

Zusätzlich hat die DBVI AG auch die Deutsche Beamtenvorsorge Leasingbeteiligungen GmbH veräußert, an der in der Rechtsform atypisch stiller Beteiligungen ebenfalls Anleger beteiligt sind

Das Abfindungsguthaben sei „mit den bisher bei der DBVI liegenden Verpflichtungen aus den Immobilienfinanzierungen der Fonds verrechnet worden“, so die Mitteilung des Unternehmens. Offenbar waren Darlehen der DBVI an dem Fondsvermögen besichert und wurden nun auf die Fonds übertragen.

Bernhard S. Maier, Pressesprecher des Unternehmens, verwies darauf, dass erst nach den Gesellschafterversammlungen am 23. November 2006 Details an die Presse gegeben würden. Bis heute hüllt sich das Unternehmen jedoch in Schweigen.

So bleibt zum Beispiel zunächst unbeantwortet, inwieweit die Höhe des Abfindungsguthabens von Dritter Seite überprüft wurde und wer der Transaktion von Seiten der Fonds die Zustimmung erteilt hat. Gleiches gilt für die Frage, warum überhaupt Darlehensverpflichtungen des Initiators DBVI an dem Fondsvermögen, das schließlich mehrheitlich den Anlegern gehört, besichert waren.

Ohne zusätzliche Informationen erschließt sich nicht unmittelbar, wo durch das Ausscheiden der DBVI ein Vorteil für die Fonds liegen soll. Im Gegenteil: Sie erhöhen durch die Transaktion ihr Fremdkapital und damit auch ihre laufenden Verpflichtungen für Zins- und Tilgung. Im Gegenzug entfallen lediglich zukünftige Ausschüttungen an die DBVI. Die Fonds haben aber ohnehin mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Die Immobilien wurden zuletzt massiv abgewertet, die Vermietung einiger Objekte ist problematisch. Ausschüttungen wurden laut DBVI-Geschäftsbericht 2005 zuletzt „zu erheblichen Teilen aus der Substanz“ geleistet, also nicht durch laufende Überschüsse erwirtschaftet.

Einzig erkennbarer Vorteil für die Fonds ist, dass sie von einer eventuellen Insolvenz der DBVI weniger stark betroffen wären als zuvor. Das Unternehmen hatte im Juni 2006 den Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals mitgeteilt. Sofern nicht noch weitere DBVI-Kredite an dem Fondsvermögen besichert sind, haben Kreditgeber nun im Fall einer DBVI-Insolvenz keinen Zugriff mehr auf die Fonds-Immobilien.

Der Bundesverband procon e.V. warnt bereits seit 1999 vor den diversen Offerten aus dem Hause Thannhuber, zu welchem auch die DBVI-Gruppe gehört.

Viel Freude bei der Vermehrung der gewonnenen Einsichten,
wünscht Ihnen Ihr Finanzscout

Klaus J. P.-Kilfitt

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Über Finanzscout

Klaus J. Pitter-Kilfitt, Unternehmensberater, Fachreferent und Buchautor, war über 2 Jahrzehnte CEO eines mittelständischen Finanzkonzerns und engagiert sich seit Jahren mit Hintergrundrecherchen und kritischen Finanzmarktanalysen für aktiven Verbraucherschutz.
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